Jedes Stück ein anderer Sound

James Supercave: Better Strange. Fairfax. 

Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)

Im Raum Los Angeles kursiert die Band James Supercave seit einigen Jahren auf diversen «Bands to Watch»-Listen. Verschiedene Blogs prophezeien ihr eine grosse Zukunft. Bis vor kurzem basierten diese Einschätzungen nur auf Konzerterfahrungen der Autoren, da offizielle Tonträger der Band fehlten. 2015 brachte die dreiköpfige Gruppe die EP «The Afternoon» heraus und im Februar dieses Jahres endlich auch ihr Debütalbum «Better Strange». Die grossen Medien nehmen sie noch immer kaum zur Kenntnis, dafür gab es bereits ein anerkennendes Kopfnicken der beiden einflussreichen amerikanischen Radiostationen NPR und KCRW und des Musikmagazins «Noisey». Die ehemaligen Musikstudenten besingen in ihren Songs sozial brisante Themen, auch wenn der Perfektionismus ihres Sängers sie davon abhält, sie aktueller zu veröffentlichen. So bezieht sich das Stück «Chairman Gou» auf Foxconn-Gründer Terry Gou und die Selbstmorde seiner Angestellten im Jahr 2010. Musikalisch ist die Band an der Kreuzung zwischen psychedelischem Elektropop und Indierock zu finden. Begleitet wird sie von Joaquin Pastors Stimme, die wie auf Helium tönt. Herausragend macht ihr Album die Lust am Experiment. Kein Stück klingt wie das vorherige. Man kann nur hoffen, dass ihre Zukunft so brillant ist, wie sie den Musikern prophezeit wird, und sie bald einen Abstecher nach Zürich machen. 

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