Gerichtsdrama «The Good Fight». CBS. 13 Folgen à 45 Min., 2017. Von Michelle und Robert King. Mit Christine Baranski, Cush Jumbo, Rose Leslie und Delroy Lindo.
Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)
Bereits mit der Vorläufer-Serie «The Good Wife» zeigten die Macher ihr grosses Interesse an politischen Entwicklungen und den Wunsch, mit ihren Geschichten aktuell zu sein. In einer Storyline informierten sie die breite Öffentlichkeit über systematische Polizei-Folter in illegalen Gefängnissen in Chicago oder machten auf die ausufernde Überwachung des amerikanischen Staates aufmerksam. In ihrer Spin-off-Serie steht die weisse Anwältin Diane Lockhart im Zentrum. Nachdem diese wegen der Betrügereien des Vater ihres Patenkindes ihr gesamtes Vermögen verloren hat, muss Diane eine neue Stelle annehmen. Angeworben wird sie von einer afroamerikanischen Anwaltskanzlei. Dort erfahren sie, ihre Patentochter und ihre Assistentin als Weisse das Leben einer Minderheit.
Weil niemand in der Produktion mit dem Sieg von Donald Trump gerechnet hatte, musste die Eröffnungsszene, in der Diane den Sieg von Hillary Clinton feiert, neu gefilmt werden. Das Thema Trump wird dann mehrfach angesprochen, zum Beispiel als bekannt wird, dass einer der afroamerikanischen Anwälte für ihn gestimmt hat, was ihn zum Aussätzigen macht.
Gerichtsdramen eignen sich gut, um kontroverse Themen zu beleuchten, weil eine Verhandlung dramaturgisch die Möglichkeit bietet, zwei unterschiedliche Meinungen argumentativ aufeinandertreffen zu lassen. So hilft in einer Folge ein Arzt bei einer Operation eines bekannten Terroristen mit. Das führt zur Frage ,ob jemand bereits ein Terrorist ist, wenn er einem Terroristen Hilfe gewährt. Die erste Staffel gibt es zu kaufen, die zweite läuft derzeit in den USA.