Unerschrockene Kämpferin

Gloria Allred am Women’s March 2019. Bild: flickr

Der Film «Seeing Allred» porträtiert die bekannten Frauenrechtlerin Gloria Allred und schwierigen jahrzehntelangen Kampf.

Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)

Gloria Allred (*1941) hat früh verstanden, dass man als Frau nicht weiterkommt, wenn man einfach nur nett ist. Die berühmte US-Frauenrechtlerin und Anwältin weiss, dass man laut und bestimmt sein muss, präsent in den Medien, und keinen Kampf scheuen darf. Ihre eigene absolute Hingabe für gesellschaftlichen Wandel erwartete sie auch von allen anderen Frauen, was oft zu Unverständnis und Kritik führte. Seit den 1970er hat sie zahlreiche prominente und kontroverse Fälle in den USA vor Gericht vertreten und sich dabei auch für andere Minderheiten starkgemacht. 

Sie stellte sich auf die Seite der vom Komiker Bill Cosby vergewaltigten Frauen, sie ­bekämpfte Trump, als er eine Transfrau von einem Schönheitswettbewerb ausschloss, und sie organisierte Demonstrationen, um Spielzeug geschlechtsneutral zu vermarkten.

So freimütig die 76-Jährige über ihre Kämpfe spricht, so verschlossen ist sie, wenn es um ihr Privatleben geht. Sie erzählt freimütig von ihrer Vergewaltigung und der illegalen Abtreibung, an der sie fast gestorben wäre, aber sie verweigert die Aussage, wenn es um ihre Scheidung geht oder andere Aspekte ihrer Privatsphäre. Der Film vermittelt den Eindruck, als hätten sie all die Kämpfe einsam gemacht, so als bestünde ihr soziales Umfeld nur aus den gerade aktuellen Klientinnen, bevor sie weiterzieht, zum nächsten Kampf. Viele Hollywoodfilme leben vom Mythos eines einsamen Helden, der sich selbstlos für das Recht der Opfer einsetzt. Zu wissen, dass Gloria Allred aus Fleisch und Blut besteht und sich irgendwo da draussen für uns einsetzt, ist ein beruhigender Gedanke.

Dokumentarfilm «Seeing Allred». USA 2018. Netflix. Von Roberta Grossman, Sophie Sartain. Mit Gloria Allred. 

Ihre Wut treibt sie an

Bild: Pexels / Emre Kuzu

Junge Punk-Musikerinnen hauchen dem Altherren-Genre Rockmusik neues Leben ein. Sie singen davon, was sie wollen – oder eben nicht. Und begeistern damit auch Männer.

Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)

Bono von U2 sagte kürzlich dem Magazin «Rolling Stone»: «Ich denke, die Musik ist zu mädchenhaft geworden. Als ich 16 war, hatte ich eine Menge Wut in mir. Du musst einen Platz für sie finden und für die Gitarren. Sobald etwas konserviert wird, ist es verdammt noch mal vorbei. Denn was ist Rock’n’Roll im Kern? Wut!» 

Bei allem Sexismus, dessen sich Bono schuldig macht, muss man sagen: Der Mann hat recht. Am Anfang guter Rockmusik steht Wut. Und wer hat davon am meisten? Junge Frauen. Bono hat nämlich übersehen, dass der Rock nicht generell konserviert wird, sondern dass sich sehr viel tut auf dem Feld der Gitarrenmusik. Die Altherren-Musik bekommt gerade frisches Blut aus der Punkszene. Jenem Genre also, das die Rockmusik schon einmal gerettet hat. Und in dessen pulsierendem Innersten stehen junge Frauen mit viel Wut und noch mehr Talent. 

Als die Punks Ende der siebziger Jahre schreiend und ihre Gitarren schrammend auf der Weltbühne polterten, war die Rockmusik am Ende. Sie hatte sich in seichte Melodien mit kitschigen Texten verrannt und wartete Dornröschen ähnlich auf ihre Wiederbelebung. Die Punks wollten dem Rock’n’Roll die Seele zurückgeben: die einfachen harten Gitarrenriffs, die schnellen Beats eines Schlagzeugs und einen kurzen prägnanten Text, den man mitgröhlen konnte – und eben die Wut. Damit küssten sie Dornröschen nicht zärtlich wach, sondern traten ihm ziemlich unsanft mit ihren Doc-MartensSchuhen in den Allerwertesten. 

Do-it-yourself-Philosophie

Die Wirtschaftskrise der 1970er und die konservative politische Wende mit Ronald Reagan und Margaret Thatcher gaben genug Stoff her für wütende Texte gegen die Staatsmacht. Die Ramones schrien in «Blitzkrieg Bop»: «Schiesst ihnen in den Rücken.» Dabei erklärten sie nie, um wen es sich bei diesem «ihnen» handelte, aber allen war klar: die Polizei. Und The Clash sangen in «I Fought the Law»: «Ich bekämpfte die Staatsgewalt und ich verlor.» 

The Clash – «I Fought the Law»

Punk war immer der Ort für junge Wut, weil die Musik schnell und hart ist. Aber vor allem auch, weil Punk zum Einstieg keine grossen musikalischen Fertigkeiten verlangt; trotzdem sind viele Punkmusiker grossartige Talente. Im Zentrum steht die Do-it-yourself-Philosophie: Jeder kann zwei Gitarrenakkorde lernen und aufs Schlagzeug einhauen. Bis heute wird vor allem der politische Punk wahrgenommen, dabei drehen sich viele Songs um Wut und Verletzungen im privaten Bereich. Die Buzzcocks sangen in «What Do I Get»: «Ich will eine Geliebte, wie jeder andere auch. Aber was bekomme ich? Nur eine platonische Freundin.»

Anfang der 1980er wurde Punk zwar für tot erklärt, aber er lebte an den Rändern des Pops weiter und stimulierte die Gitarrenmusik. So auch jetzt. Bands wie Sheer Mag, Snail Mail, Daddy Issues, Diet Cig oder Sad13 und viele weitere bestehen ganz oder hauptsächlich aus Frauen und machen intelligente und elektrifizierende Gitarrenmusik im Garagen- und Lo-Fi-Stil. 

War on Women – «Capture the Flag»

Die meisten dieser Bands waren bereits am prestigeträchtigen South-by-SouthwestMusikfestival (SXSW), aber im Mainstream sind sie noch nicht angekommen. Gerade das macht ihren Charme aus. Ihre Musik ist noch nicht geglättet, sondern rau, verschroben, zerbrechlich. Dabei reicht ihr Spektrum vom harten und wütenden Punksound von War on Women über den lüpfigen Punk von Diet Cig bis zur sanfteren Indiemusik mit Vagabon oder Cayetana und allem dazwischen. 

Da ist zum Beispiel die vom Siebziger-Jahre-Punk inspirierte Band Sheer Mag aus Philadelphia mit Frontfrau Tina Halladay. Die machen vor allem politische Musik für unsere Zeit. In «Expect the Bayonet» singen sie intelligent analysierend: «Aus dem Leid schufen wir einen fragilen Staat aus Blut und Launen, gemacht für reiche Männer in ihrer weissen Haut, aber Leute, mutigere als ich, standen auf gegen die Lüge. Wenn ihr uns nicht das Recht zu wählen gebt, dann erwartet euch das Bajonett.» Auf dem gleichen Album «Need to Feel Your Love» haben sie mit «(Say Goodbye to) Sophie Scholl», der hingerichteten deutschen Studentin, die mit ihrer Widerstandsgruppe Weisse Rose gegen die Naziherrschaft kämpfte, ein Denkmal in Form eines Protestsongs gesetzt.

Sheer Mag – «Expect the Bayonet»

Ohne moralische Predigten

Dabei ist nicht nur die Botschaft wichtig, sondern auch die physische Präsenz. In der «New York Times» sagte Tina Halladay von Sheer Mag: «Ich denke, viele Frauen sind an sich politisch, einfach weil sie als Frontfrau auf der Bühne stehen.» Und Sophie Allison von Soccer Mommy beschrieb im gleichen Interview das Publikum an vielen Konzerten von Frauenbands: «All diese Männer, die laut die Texte mitsingen über Liebe und alles andere. Ich denke, dass hilft bei der Demontage von toxischer Maskulinität.» 

Es handelt sich bei diesen Bands und ihren Zuhörern eben nicht um eine feministische, männerfreie Blase. Sheer Mag zum Beispiel besteht aus vier langhaarigen Typen, aber an vorderster Front steht eine Frau. Und auch im Publikum finden sich viele Männer. Aber interessanterweise sind die meisten anderen Bands dieser Musikwelle fast ausnahmslos weiblich. Es könnte ein Zufall sein, dass Frauen gerade die interessantere Gitarrenmusik machen, oder es ist eben die Wut, die diese Frauen antreibt und von der Frauen noch immer genügend haben. 

Selbstverständlich tragen die Bands auch etwas zur MeToo-Debatte bei – nicht mit moralischen Predigten; sie sagen ihrem männlichen Publikum im Detail, was sie und die meisten Frauen wollen oder eben nicht. «Du läufst auf mich zu, streitsüchtig, und erlaubst mir noch, meinen Satz zu beenden. Deine Gegenwart lenkt mich ab. Du schreist über jeden Satz. Du stehst zu nahe», singt Allison Crutchfield aus Alabama in «Mile Away». Und die Dichterin Sadie Dupuis singt unter dem Pseudonym Sad13 in «Get a Yes»: «Leg mir bloss keine Worte in den Mund. Du kannst nicht einfach wissen, was ich will. Deshalb versuche ich es dir zu sagen, was ich will. Ich sage Ja zum Kleid, wenn ich es anziehe. Ich sage Ja, wenn du es mir ausziehen willst. Ich sage Ja zu deiner Berührung, wenn ich deine Berührung will.» 

Die Musikerinnen schreiben auch über Beziehungen. Manchmal ist es eine amüsante Abrechnung mit dem Ex. Daddy Issues aus Nashville singen in «Dog Years»: «Wir werden nie Freunde sein. In Hundejahren bist du bereits tot.» Cayetana aus Philadelphia wiederum sind selbstkritisch: «Du siehst meine hässlichen Teile, die ich dir nie zeigen wollte. Wirst du mich noch lieben, mit all diesen kranken Gedanken im Kopf?» 

Daddy Issues – «Dog Years»

Wie von Bono gewünscht, kommen auch die Teenager zu Wort. Lindsey Jordan von Snail Mail ist 17 Jahre alt und war schon am SXSW. In «Thinning» schrammen die Gitarren, bevor sie davon singt, ein unsicherer und ratloser Teenager zu sein: «Ich frage mich die ganze Zeit: Bin ich das wirklich? Und ich weiss es nicht. Und ich fühle mich eklig.»

Hier wird nichts konserviert. Die Wut ist da, genauso wie das musikalische Talent, die politische Botschaft, die nachdenkliche Analyse, der frische Wind und das Können. Bono guckt nur am falschen Ort. Die Frauen haben schon immer eine Rolle gespielt in der Rockmusik, man denke nur an Pattie Smith oder Blondie. Und auch dieses Mal werden die jungen Frauen die Gitarrenmusik mit frischem Blut versorgen.

SXSW-Festival

Das South-by-Southwest-Festival im ­texanischen Austin ist ein wichtiges Sprungbrett für Indie-Rock-Musiker. Es findet seit 1987 statt, mit Programmen zu Musik, Film, Comedy und Neue Medien. Snail Mail schafften 2017 am SXSW den Durchbruch.

Snail Mail – «Thinning»

Die Popmusik wird langsamer

Bild: pexels / John Tekeridis

Unter Einfluss von Elektro- und Rapsounds findet eine Entschleunigung statt. Dies zeigen die Top-Songs von Spotify. 

Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)

Niemand wurde 2017 auf Spotify so oft gestreamt wie Ed Sheeran. Damit hat er Drake entthront. Warum das interessant ist? Sheeran ist bekannt für seine Schmusesongs, derzeit steht er gerade mit «Perfect» auf Platz 1 der Hitparade. Aber nicht dieser Song wurde im laufenden Jahr bei Spotify am häufigsten angeklickt, sondern «Shape of You», ein Song mit Dancehall-Elementen. Auch die anderen Songs der Top-Ten-Liste auf Spotify enthalten Bestandteile elektronischer Musik. Damit bildet sich ab, was sich seit einigen Jahren in der Pop-Musik vollzieht: Electronic Dance Music (EDM) gewinnt an Einfluss.

Unter EDM werden sehr unterschiedliche Genres zusammengefasst, zum Beispiel der melodiöse House aus Chicago, der mechanisch klingende Techno mit dem harten Beat aus Detroit, der schnelle Jungle mit Sprechgesang aus dem Süden Londons oder der vom Reggae inspirierte moderne Dancehall aus Jamaica.

Seit Jahrzehnten gibt es Künstler, die mit Pop und EDM experimentieren, aber erst seit einigen Jahren nimmt der Einfluss auf die Pop-Musik zu. Die französische Band Daft Punk mischt seit den neunziger Jahren House und Techno mit Synthiepop und Funk. Als sie 2006 am Open Air Coachella auftrat, begeisterte sie mit ihrem Mix auch das Rockmusikpublikum in den USA. Wichtig für den Einfluss von EDM war auch ein weiterer Franzose: DJ David Guetta. Mit seinem vierten Album «One Love» schaffte er 2009 den Durchbruch in den USA mit dem Stück «I Gotta Feeling» von The Black Eyed Peas.

Seither hat sich der Einfluss der EDM auf die Pop-Musik laufend verstärkt. Mittlerweile ist er im Grossteil der aktuellen Songs zu hören: Taylor Swift nutzt die schweren Beats der Industrial Music für «…Ready For It?» und Justin Bieber den Danceball für «Sorry». Die Rockband Imagine Dragons (in der Schweiz am vierthäufigsten gestreamt) hat ihren Song «Thunder» mit EDM-Rhythmen unterlegt. Und Coldplay, die mit Gitarrenrock berühmt wurden, sind gleich mit zwei Songs mit EDM-Einflüssen in den besten Listen bei Spotify vertreten: «Hymn for the Weekend» und «Something Just Like This». 

Diese Einflüsse verändern den Pop-Song nicht nur musikalisch, sondern auch strukturell. Der Refrain ist traditionell die wichtigste Stelle. Musikalisch und erzählerisch läuft alles auf diesen Höhepunkt hinaus. Auf diesen Teil wartet jeder und alle können ihn mitsingen: «Oops, I did it again, got lost in the game». Traditionell funktionieren EDM-Tracks ohne Stimme. Sie haben anstelle des Refrains aber ein gut erkennbares melodiöses Stück, den sogenannten Drop, der das Tanzpublikum in Ekstase versetzt. In der Popmusik ersetzt nun dieser Pop-Drop den Refrain.

Das Stück «Closer» der Chainsmokers, der Könige des Pop-Drops, ist typisch für die neue Art der Songstruktur: Es beginnt mit einer Strophe, dann kommt ein Teil, der später nochmals wiederholt wird, das wäre traditionell der Refrain, aber das Stück steigert sich musikalisch weiter bis zum melodiösen Teil, dem Pop-Drop, den alle nun nicht mehr mitsingen, aber mitsummen und dazu die Arme in die Höhe reissen.

Eine weitere Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet: Der Einfluss an World Music nimmt zu. Diesen Trend hat besonders Drake befeuert, indem er Afrobeats aus Westafrika und Dancehall aus Jamaica in seine Musik einfliessen liess. Dieses Jahr war der Einfluss von Lateinamerika spürbar, mit dem Sommerhit «Despacito» des Puertoricaners Luis Fonsi aus Salsa und Reggaeton-Elementen. In «Unforgettable» von French Montana wiederum finden sich Einflüsse aus Afrika und Jamaica. Und dieses Jahr zeigt sich erneut, dass die Pop-Musik insgesamt langsamer wird. Ältere Pop-Musikstücke haben eine Geschwindigkeit von 130 bis 170 Schlägen pro Minute. Die am häufigsten angeklickten Songs 2017 liegen fast alle unter 100 Schlägen pro Minute. Yakov Vorobyev hat mit einer selbstprogrammierten App die 25 am häufigsten gestreamten Songs zwischen 2012 und 2017 untersucht und herausgefunden, dass in diesen fünf Jahren das durchschnittliche Tempo um 23 Schläge pro Minute gesunken ist.

Diese Verlangsamung wird hauptsächlich dem verstärkten Einfluss der langsameren Rap-Musik zugeschrieben. Diese Entwicklungen machen die Pop-Musik konstant interessant und zeigen sie als Abbild der Gesellschaft. Wir leben in einer globalisierten Welt, logisch, dass sich die Musikstile so noch schneller mischen als bis anhin. Daraus entstehen dann wirklich gelungene Stücke wie «Shape of You», aber leider auch total misslungene wie «Something Just Like This», ein melodiöses Gitarrenstück, das völlig unnötig durch ätzende quietschende Beats verhunzt wird. Nun, die am häufigsten gestreamten Songs sind zwar ein Indikator für die Entwicklung der Pop-Musik, aber nicht immer für guten Geschmack.

Top-Musiker 2017 auf Spotify Schweiz

1.

Ed Sheeran: Der Engländer spielt auf seinem neuen Album «÷» mit verschiedenen Musikstilen von irischem Folk, über Hip Hop bis zu Dancehall, mit dem Stück «Shape of You» ist er am erfolgreichsten.

2.

Drake: Der kanadische Rapper arbeitet sehr erfolgreich mit EDM und Worldmusic-Stilen. «Passionfruit» wurde 2017 am häufigsten ge­streamt. Es ist eine Mischung aus Club-House und R’n’B. 

3.

The Chainsmokers: Die Amerikaner dominieren mit ihren eintönigen EDM-untermauerten Popsongs seit Jahren die Charts. Mit ihrem ersten Album «Memories … Do Not Open» waren sie nicht so erfolgreich, nur neun Wochen war es in der Hitparade.

Meister der Weltflucht

Steven Spielberg am Comic Con 2017. Bild: flickr

Steven Spielberg liebt das klassische Hollywood und taucht gern in fremde Welten ein. Das Er liebt das klassische Hollywood, hat das moderne Blockbusterkino mitbegründet und taucht gern in fremde Welten ein: Das Xenix widmet Steven Spielberg eine Retrospektive.

Von Murièle Weber (Züritipp)

Mit grossen Augen und aufgerissenem Mund steht ein Dreijähriger in «Close Encounters of the Third Kind» am Fenster und blickt fasziniert auf die Lichter des UFO am Himmel. Die Fokussierung auf das Gesicht vermittelt dem Publikum die Emotionalität der Szene. Sie zeigt aber auch Steven Spielbergs eigene kindliche Faszination mit dem Medium, die er an das Publikum weitergeben will: Das Kino soll die Zuschauer zum Staunen bringen.

Spielberg orientiert sich an der Vergangenheit, an den Dreissiger- bis Fünfzigerjahren. Vor allem die Regisseure John Ford («The Searchers») und David Lean («Lawrence of Arabia») haben es ihm angetan. Wie im klassischen Kino bevorzugt er schön komponierte Bilder und zieht selten die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die Kunst des Filmemachens, sondern hilft ihnen in die Filmwelt. Er macht Eskapismusfilme, oft getränkt in Sentimentalität. Diese erzeugt er nicht nur durch die Themenwahl, sondern gern auch mit ebendieser Fokussierung der Kamera auf Gesichter, unterlegt mit pathetischer Musik. Deshalb wird er mitunter Meister der Zuschauermanipulation genannt. Aber bei aller berechtigten Kritik, seine Filme halten, was sie versprechen: eine Flucht aus dem Alltag und das Eintauchen in eine andere Welt. Damit wurde Spielberg, der diesen Dezember 71 wird, zumindest finanziell gesehen, der erfolgreichste Regisseur seiner Generation.

Als Spielberg Ende der Sechzigerjahre seine ersten Schritte machte, brach gerade die Ära des New Hollywood an. Seine Zeitgenossen waren Francis Ford Coppola, Terrence Malick oder John Carpenter. Die meist jungen Regisseure fanden ihre Inspiration in Europa, vor allem in den Filmen der Nouvelle Vague, und sie definierten sich selber als Künstler. Aber während Coppola und Malick diesem Verständnis von Film als Kunst – meistens – treu blieben und Carpenter seine Nische im Genrekino fand, begründete Spielberg die nächste grosse Veränderung in Hollywood: das Blockbusterkino.

«Jaws» (dt. «Der Weisse Hai») war der erste Film, der in den USA 100 Millionen einspielte. Es folgten viele weitere, die Spielberg selber einmal als «fast food movies» bezeichnete, wie die Teile der «Indiana Jones»-Reihe. Zugleich machte er immer wieder anspruchsvollere Filme, die ihm am Herz lagen. Das berühmteste Beispiel hierfür ist das Holocaustdrama «Schindler’s List», aber auch «The Color Purple» gehört dazu, über das harte Leben einer jungen schwarzen Frau (Whoopi Goldberg) zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Für seinen nächsten Film, der bei uns im Februar anläuft, blickt Spielberg ebenfalls in die Vergangenheit zurück: «The Post» handelt davon, wie 1971 die «New York Times» und die «Washington Post» Teile der sogenannten Pentagon-Papiere veröffentlichten – und damit aufdeckten, dass die US-Regierung die Bevölkerung in Bezug auf den Vietnamkrieg belogen hatte.

Religiöse Motive

Serie «The Sinner» Drama. Netflix. USA 2017. Von Derek Simonds. Mit Jessica Biel, Bill Pullman, Christopher Abbott. 

Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)

Am Ufer eines Sees nimmt Cora (Jessica Biel) das Messer, mit dem sie eben noch die Birne für ihren vierjährigen Sohn geschnitten hat, steht auf und sticht einen Mann nieder. Panik bricht aus, die Polizei wird gerufen. Und die Täterin bleibt in Blut getränkt neben der Leiche sitzen. Warum hat sie das gemacht? Sie bestreitet die Tat nicht, aber eine Erklärung dafür hat sie nicht. Es hat irgendetwas mit der Musik zu tun, welche die Frau des Mannes kurz vor der Tat laut gespielt hat. Detective Ambrose (Bill Pullman) übernimmt den Fall. Er hat es im Moment auch nicht leicht. Da seine eigene Ehe in Scherben liegt, holt er sich etwas Erleichterung bei einer Domina. Er stürzt sich sofort mit Besessenheit in die Aufklärung des Falles, als könnte er sich selber und seine zerbröckelnde Ehe retten, wenn er denn nur die Antworten für den Ausraster der Frau fände. 

Die Serie beruht auf dem Roman «Die Sünderin» der deutsche Autorin Petra Hammesfahr. Die Geschichte dreht sich um die katholischen Motive von Sünde, Beichte und Selbstkasteiung. In Flashbacks erinnert sich Cora immer wieder an Erlebnisse in ihrem tiefreligiösen Elternhaus und an die schwerkranke kleine Schwester, mit der sie eine symbiotische Beziehung verband. Anfangs ist der religiös begründete Missbrauch in Coras Elternhaus kaum auszuhalten. Zusätzlich spielt «The Sinner» noch mit anderen Sujets wie einem Geheimklub und einem übergriffigen Freund. Aber wer bis zum Ende durchhält, wird belohnt. Denn schliesslich lässt die Serie die bekannten Beweggründe hinter sich und stellt eine eigenständige Theorie für Coras Verhalten auf, die tatsächlich zu überraschen und zu überzeugen vermag.

Vom Hass zerfressen

Nachdem ihre Tochter qualvoll ermordet wurde, rechnet eine Mutter (Frances McDormand) im Film «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» mit dem gesamtem Establishment ab.

Von Murièle Weber (FRAME)

Drei verlotterte Werbetafeln stehen auf einer nebligen Wiese im ­ländlichen Missouri. Mildred Hayes (Frances McDormand) will sie für etwas Neues nutzen, der Chef der Werbeagentur stimmt verängstigt zu. Denn mit Mildred will sich niemand anlegen. Einerseits aus Respekt, weil ihre Tochter vor einem Jahr vergewaltigt und angezündet wurde, andererseits aus Angst, weil die Frau jede Tür eintritt und jedem Teenager ans Schienbein kickt, wenn sie dadurch ihrem Ziel näher kommt: den Mörder ihrer Tochter zu finden. Dazu braucht sie auch die Plakatwände. In mannshohen Buchstaben schreibt sie die Frage an den örtlichen Sheriff (Woody Harrelson) darauf: «Noch immer keine Verhaftungen, Chief Willoughby?» Damit bringt sie die ganze Stadt gegen sich auf. In Mildreds Augen ist die Polizei darum untätig geblieben, weil sie zu beschäftigt damit ist, Schwarze zu foltern. Aber nicht nur die Polizei, vielmehr die ganze Gesellschaft ist von Rassismus und Hass zerfressen. Oder wie der Sheriff es sagt: «Wenn ich jeden Rassisten entliesse, blieben noch drei Schwulenhasser übrig.» Der Film ist brutal. Keine Frage. Aber diese Gewalt ist beim irischen Theaterautor und Regisseur Martin ­McDonagh nie unmotiviert. Sein Publikum soll in der alltäglichen Dunkelheit ein wenig Humor finden und einen kathartischen Prozess durchleben. Hinter der Wand aus Hass geht es um Trauer in ihren unterschiedlichen Formen. «Jeder im Süden kennt eine Form von Schmerz», hat der USA-Kenner und «Guardian»-Journalist Gary Younge die Südstaaten einmal treffend beschrieben. Das zeigt sich in dieser Kriminalkomödie in jeder Figur auf individuelle Weise, wobei niemand auf ein Klischee reduziert wird. Dadurch überrascht der Film den Zuschauer immer wieder aufs Neue und bleibt hochspannend. «Three Billboards», der am Zurich Film Festival gefeiert wurde, ist grandios in jeder Hinsicht, insbesondere Frances McDormand, der McDonagh die Rolle auf den Leib geschrieben hat. Vor allem aber ist es eine Liebeserklärung von McDonagh, dem Mann aus dem Norden, an die eigenwilligen Menschen im Süden. 

Mütter stehen zu ihrer Lust

Neue Serien wie «Better Things» und «SMILF» zeigen Mütter von heute: Unvollkommen zwar und in Alltagskämpfe verwickelt, aber selbstbestimmt.

Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)

Mütter sind die asexu­ells­ten Kreaturen auf Gottes weitem Planeten. Ironischerweise, denn der Storch hat die Kinder nicht gebracht. Trotzdem hält sich in unserer Kultur der Archetypus der jungfräulichen Maria, die ihre Individualität und Sexualität aufgibt, um in der Mutterrolle aufzugehen.

Hollywoodfilme wie «The Graduate» (1967), «American Pie» (1999) und «Bad Moms» (2016) haben die Mutter zwar sexualisiert, aber immer aus der Sicht eines männlichen hormongesteuerten Teenagers zum hemmungslosen Sexobjekt stilisiert. Das ist quasi ein moderner Twist der Oedipus-Saga: Die Mutter des Freundes ist so erotisch, dass der Jugendliche gar nicht anders kann, als ihren Reizen zu erliegen. Selbstbestimmte weibliche Sexualität sieht anders aus.

Am Vater liegt es nie

Andererseits wird die Mutter gerne als Quell allen Übels eruiert. Läuft mit dem Nachwuchs etwas schief, gilt die allgemeingültige Prämisse: «Cherchez la femme». Die Serie «Mindhunter», in der es um die psychologische Analyse von Serienmördern geht, kommt zum Schluss, dass hinter jedem ­psychopathischen Mörder eine fehlerhafte Mutter steht. Am Vater liegt es nie.

Zwischen diesen beiden extremen Polen tut etwas mütterlicher Alltag not. Hier setzen die beiden Serien «SMILF» und «Better Things» ein. Beide wurden von ­Müttern ­konzipiert und umgesetzt. Denn während das Kino noch immer hauptsächlich die männliche Sicht zeigt, ist das Fernsehen ein Frauenmedium. Von Anfang an waren Frauen nicht nur inhaltlich in Serien und Seifenopern prominent, sondern auch hinter der Kamera, als Regisseurinnen, Autorinnen und Produzentinnen. Mit Serien wie «Girls» begann das Zeitalter der Alleskönnerin: der Frau, die ihre eigene Serie schreibt, Regie führt und die Hauptrolle spielt, um semi-autobiografische Geschichten zu erzählen. Während lange junge Frauen im Mittelpunkt standen, erobern nun die Mütter dieses Terrain.

In einer Szene in «SMILF» («Single Mother I’d Like to Fuck») sieht man die Protagonis-tin Bridgette (Frankie Shaw) mit Kind vor einem Wandgemälde von Maria mit Jesuskind im Arm stehen. Jemand hat Madonna zwei unproportionale Brüste aufsprayt. Das ist es, was diese Serien machen, sie überschreiten gerade die Vorstellungen von Mutterschaft mit selbstbestimmter Sexualität, ganz viel Dreistigkeit und Mut zur Unvollkommenheit.

Kein Sex seit der Geburt des Kindes

Bridgette ist nicht perfekt. Sie lässt ihren zweijährigen Sohn auch mal kurz alleine in der Wohnung zurück, um zum nächsten Laden zu rennen und sich mit Junkfood einzudecken. Als sie dort einen alten Bekannten trifft, reagiert dieser auf die Neuigkeit ihrer Elternschaft erstaunt: «Du bist jemandes Mami. Das ist total verrückt.» Der Einladung zum Sex bei ihr folgt er dann trotzdem sofort. Für Bridgette ist das eine grosse Sache, denn seit der Geburt des Kindes hatte sie keinen Sex mehr. Sie will sich vor allem selber davon überzeugen, dass mit ihrem Körper noch alles stimmt.

Während Bridgette ihre Alltagskämpfe um Kind und gegen Armut im Arbeiter­viertel South Boston austrägt, hat auch Samantha (Pamela Adlon) in ihrer Villa in Los Angeles ihre Mühe mit der Mutterrolle. Als sie es sich endlich erlaubt, einer auf­keimenden Romanze eine Chance zu geben und mit einem Mann für ein Wochenende zu verreisen, laufen ihre Töchter Sturm. Denn auf die Frage, ob sie in ihrer Abwe­sen­heit eine Party feiern dürfen, antwortet diese: «Macht, was ihr wollt.» Die gebotene Freiheit mögen die Kinder daher nicht geniessen – zu sehr sind sie entsetzt über den Mangel an mütterlicher Aufmerksamkeit gegenüber ihren eigenen Bedürfnissen. «Kindervernachlässigung», schreit die eine. «Jetzt sind wir Waisen», schreit die andere.

Bridgette und Samantha sind vor allem eines: Individuen geblieben. Im Guten wie im Schlechten. Ihre Kinder haben sie nicht zu vollkommeneren Menschen werden lassen. Sie geben sich selber nicht für diese auf. Aber sie gehen ihren Weg, und das ist hart genug. Um den Eindruck von aussen können sie sich nicht auch noch kümmern.

Dunkle Wälder

Serie «Dark». Netflix. Drama. Von Baran bo Odar. Mit Louis Hofmann, Oliver Masucci, Jördis Triebel, Maja Schöne.

Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)

Im deutschen Wald lauert das Grauen. Das wussten schon die Gebrüder Grimm. Nur ist es dieses Mal nicht der grosse böse Wolf, der unschuldigen Mädchen in roten Mäntelchen auflauert, sondern eine unbekannte Macht, die Knaben verschwinden lässt und deren Leichen mit geschmolzenen Augen und zerborstenen Trommelfellen wieder ausspuckt. Ausserdem scheint es dort irgendwo ein Wurmloch zum Jahre 1986 zu geben. Mindestens einer der Knaben reist in der Zeit zurück und wird mit Föhnfrisuren und Synthiepop konfrontiert.

Nach drei Folgen gibt es kaum Hinweise darauf, was in der Kleinstadt am Rande eines Waldes passiert ist. Es geht um vier Familien, die durch dunkle Geheimnisse miteinander verbunden sind. 1986 ist der erste Bub verschwunden, 2019, dreiunddreissig Jahre später, hat sich einer der Väter umgebracht und einen ominösen Brief hinterlassen, und es sind zwei weitere Knaben verschwunden. Ausserdem scheint ein Kernkraftwerk in alles verwickelt.

Die erste deutsche Serie von Netflix erinnert in einigen Punkten an «Stranger Things» und zieht auch Inspiration von den Nordic-Noir-Serien, ist aber individuell genug, um kein Abklatsch zu sein. Es sind typisch deutsche Figuren in der spiessbürgerlichen Pampa, die das Herz der Serie ausmachen. Die Produktion ist gelungen, sie ist stimmig mit ihrer Noir-Ästhetik und dem Spannungsbogen, den sie aufrecht erhält. Nur die grosse Anzahl der Personen überfordert einen anfangs.Wenn die Serie es schafft, all die aufgeworfenen Fragen am Schluss auch zu beantworten, dann ist es ein erstes Glanzstück, das Netflix in Deutschland produziert hat.

Keine Wahl

Zahira (Lina El Arabi) soll heiraten.

Freiheit gegen arrangierte Ehe: Das belgische Drama «Noces» ist unser Tipp für das Human Rights Festival in Zürich.

Von Murièle Weber (Züritipp)

Bevor das Leben beginnt, soll es schon wieder vorbei sein. So jedenfalls empfindet das Zahira. Sie ist 18 und hat von ihren pakistanischen Eltern die Fotos von drei Männern bekommen. Sie darf wählen, so grosszügig sind die Eltern. Aber einen der drei muss Zahira in den nächsten Wochen heiraten, da gibt es keine Widerrede, denn sie ist schwanger von ihrem Freund. Aber der will sie nicht heiraten. Deshalb soll sie so schnell wie möglich abtreiben lassen, symbolische 2.50 Euro kostet das in Belgien. Aber Zahira will jung sein und auskosten, was das Leben in Europa zu bieten hat.

Die Geschichte klingt abgelutscht: Traditionelle und westliche Welt kollidieren miteinander, und die Frau ist das Opfer. Aber Regisseur Stephan Streker gibt sich sehr viel Mühe, die Motivationen der Figuren herauszuarbeiten: den Freiheitsdrang der Tochter, die Sorgen der Eltern, die Verzweiflung des Bruders. Streker sagt, er wollte eine griechische Tragödie schaffen, in der die Situation monströs ist, nicht aber die Figuren. Keinen Bösewicht solle es in seinem Film geben, so der Regisseur – obwohl am Ende das Böse dann doch in seiner menschlichen Form auftaucht. Vor allem aber zeigt «Noces», dass Immigration ohne Assimilation zu unerträglichen Spannungen führen kann, an der die zweite Generation schmerzhaft zerbricht.

Für Kameramann Grimm Vandekerckhove ist es der erste Film; trotzdem findet er immer wieder einen interessanten Blickwinkel auf die Geschichte, zum Beispiel, wenn er bei der Abtreibung lediglich Zahira zeigt und das Spitalpersonal bloss zu hören ist. Auch die Schauspielerin Lina El Arabi in der Hauptrolle ist ein Neuling. An ihr hängt der ganze Film; sie ist fantastisch in den lauten und den leisen Szenen und in allen dazwischen.

Für Grossstädter

Comedy «The Marvelous Mrs. Maisel». Amazon. USA 2017. Von Amy Sherman-Paladino. Mit Rachel Brosnahan, Michael Zegen, Alex Borstein and Tony Shalhoub.

Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)

Midge Maisel hat alles im Griff. Mit sechs wusste sie, dass sie Literatur studieren wird. Mit zwölf fand sie den perfekten Haarschnitt für sich. Als Braut schmiss sie nicht nur die ganze Veranstaltung, sondern hielt auch die Rede gleich selber. Und jetzt, als Hausfrau in den fünfziger Jahren in New York, brutzelt sie immer das passende Gericht, wenn hitzige Gemüter besänftigt werden müssen. Die Frau ist eine Wucht. Nur der Ehemann will nicht so richtig mitmachen. Er ist frustriert, weil es mit der Karriere als Stand-up-Komiker nicht klappen will, obwohl Midge ihm die Pointen schreibt. Da verlässt er sie und die beiden Kinder. 

Und wie in allen Serien von Amy Sherman-Paladino («Gilmore Girls») finden Frauen erst heraus, zu was sie fähig sind, wenn der Mann aus dem Haus ist. Frustriert über ihre Situation, steigt Midge selber auf die Bühne des kleinen verruchten Comedy-Klubs und zieht das Publikum auf ihre Seite. Als sie ihre Brüste zeigt, endet der Abend im Knast, wo sie einen professionellen Komiker trifft. Der Grundstein für eine wundervolle Karriere ist gelegt. Die langen Monologe, die feurigen Dialoge, der Wortwitz, die Konflikte zwischen Midge und ihren enttäuschten Eltern sowie das Gefühl, New York sei auch nur ein kleines Dorf mit exzentrischen Figuren, machen die Serie zu einer typischen Arbeit von Amy Sherman-Palladino. Die fünfziger Jahre sind wunderschön mit Pastellfarben in Szene gesetzt und vermitteln ein Gefühl von heiler Welt, in der selbst die heruntergekommene Gegend nur ein aufregender Spielplatz ist. Nach den «Gilmore Girls» ist das die neue Wohlfühlserie für die gestressten Gross­städter.