Wer steckt denn hier noch im Ghetto?

Mit «Brokeback Mountain» und «Carol» sind die Lesben und Schwulen längst im Mainstreamkino angekommen. Warum braucht es da immer noch ein Festival zum Queer Cinema?

Von Murièle Weber (Züritipp)

Selbst Jackie Kennedy sass damals im Publikum. Als das Theaterstück «The Boys in the Band» 1968 in New York anlief, standen die Leute mehrere Hundert Meter im Nieselregen für Tickets an. Alle wollten den scharfzüngigen Schwulen Harold sehen, der mit seinen Freunden Geburtstag feiert. Und für einmal starb auch niemand, bevor der Vorhang fiel: Jahrzehntelang waren Homosexuelle auf Mörder oder Opfer reduziert worden, aber nun feierten sie.

Als die Verfilmung 1970 in die Kinos kam, hatte die Welt sich verändert. Die Stonewall-Ausschreitungen führten zu neuem Selbstbewusstsein und politischem Aktivismus. «The Boys in the Band» wurde von Schwulenaktivisten boykottiert. Denn schliesslich zeigte der Film Schwule, die nach jahrelanger, gesellschaftlicher Ablehnung an Selbsthass leiden. Repräsentation reichte nicht mehr, man wollte stolze Homosexuelle mit positiven Geschichten sehen. Während Hollywood in den Achtzigerjahren nur zögerlich Fortschritte machte, zeigten unabhängige Filmemacher wie Rob Epstein und Jeffrey Friedman, die dieses Jahr am Pink Apple ausgezeichnet werden, selbstbewusstes homosexuelles Leben. Und als Aids sich zur Epidemie ausweitete und Hollywood das Thema bis zu «Philadelphia» (1993) ignorierte, erzählte das Fernsehen mit «An Early Frost» (1985) von Ron Cowen und Daniel Lipman von einem Anwalt, der zum Sterben zu seinen Eltern zieht. Cowen und Lipman waren später mit der Serie «Queer as Folk» erfolgreich.

Trotzdem dauerte es bis zu Beginn der Neunzigerjahre, bis von einem eigenständigen Genre – dem Queer Cinema – gesprochen wurde. Hier kreuzten sich die Ästhetik von Andy Warhol und John Waters mit der selbstsicheren Attitüde von Filmemachern wie Gus Van Sant («My Own Private Idaho») oder Derek Jarman («Edward II»), die den Politaktivisten den Mittelfinger zeigten, indem sie schwul-lesbisches Leben in all seiner Verkorkstheit am Rande der Gesellschaft zeigten. Das Schimpfwort queer (in etwa «seltsam») wurde jetzt stolz getragen.

Seither ist viel passiert. Schwule, Lesben und Transgender sind im Mainstream angekommen mit «Brokeback Mountain», «Carol» oder «The Danish Girl». Braucht es da das Queer Cinema überhaupt noch? Ja, auf jeden Fall. In «The Danish Girl» zum Beispiel geht es weniger um das Leben einer Transfrau, als um die Sicht der Heteros auf sie. In der Leitkultur vertreten zu sein, ist nicht das Gleiche, wie eigene Ausdrücke für das eigene Leben zu finden. Junge, homosexuelle Filmemacher wie Andrew Haigh («The Weekend»), Xavier Dolan («Juste la fin du monde») oder Dee Rees («Pariah») machen nicht nur berührende Filme, sondern experimentieren auch mit einer eigenen Ästhetik. Sie zeigen ihre Identität, ihre Welt, ihre Geschichten. Das ist bereichernd für alle. Dass diese Filme im Kino laufen, ist grossartig. Sie gehören aber auch an ein schwul-lesbisches Filmfestival, das nicht im Ghetto stattfindet, sondern im öffentlichen Raum mitten in der Stadt. So sollte es auch sein.

HIGHLIGHTS

STRIKE A POSE

Geschichte von Madonnas ehemaligen Tänzern Arthouse Movie Do 27.4., 17 Uhr Fr 28.4., 21 Uhr

HANDSOME DEVIL

Zwischen Outsider und Rugby-Star entwickelt sich eine zärtliche Freundschaft Arthouse Movie Sa 29.4., 21 Uhr Mo 1.5., 14.30 Uhr

SUICIDE KALE

Neues Paar trifft sich mit langjährigem Paar und findet eine schriftliche Suiziddrohung Arthouse Movie So 30.4., 19.15 Uhr

STEVE BLAME: GAY – THE 80’S MUSIC AND ME

Vortrag des ehemaligen MTV-Moderators über den Einfluss der Musik auf die LGBT-Bewegung Kulturhaus Helferei Fr 28.4., 19 Uhr

Kino der Schatten

Zwischen den beiden Weltkriegen entstanden in Deutschland Filme, die sich seinerzeit auch mit Hollywood messen konnten. Das Schaffen von Regisseuren wie Fritz Lang oder F. W. Murnau wirkt bis heute nach.

Von Murièle Weber (Züritipp)

«Du musst Caligari werden!», stand 1920 auf vielen Plakatsäulen in ganz Deutschland. Nein, das bewarb keine Sekte, sondern ein Meisterwerk des expressionistischen Films: «Das Cabinet des Dr. Caligari». Das zentrale Merkmal dieser Filme ist das gemalte Set, dem sich selbst die Darsteller unterordnen mussten. Mit verzerrten Perspektiven, abstrakten Naturlandschaften und Treppen, die scheinbar ins Nichts führen, widerspiegelt das expressionistische Kino den inneren Zustand der Figuren, was besonders nach dem Schrecken des Ersten Weltkriegs grossen Anklang fand. Und so taumelt der Schlafwandler Cesare durch eine Stadt der schiefen Häuser, um im Auftrag seines Herren Dr. Caligari Morde zu begehen. Diese Stimmung der konstanten Bedrohung, der Stadt als einem Labyrinth und Ort des Verbrechens, wurde später ein wichtiger Aspekt im Film noir.

Gerade mal fünfzehn Jahre dauerte das Weimarer Kino, vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Machtergreifung der Nazis. In der jungen Republik, die Inflation und Gewalt erlebte, aber auch von einer Aufbruchstimmung und einer vergnügungsfreudigen Jugend geprägt war, entstand ein Kino, das zu dieser Zeit als einziges mit Hollywood konkurrieren konnte – sowohl in der Anzahl der Werke als auch in seinem künstlerischen Ausdruck.

Mit Neugier und Experimentierfreude revolutionierten die deutschen Filmemacher das Medium. Für «Der letzte Mann» (1924) erfand F. W. Murnau mit Kameramann Karl Freund Möglichkeiten, die Kamera aus ihrer bis dahin starren Stellung zu befreien. In der Eröffnungsszene versetzten die beiden das Publikum in Staunen, als sie das Kameraauge scheinbar mühelos durch eine Hotellobby gleiten liessen. Dafür schoben sie den Apparat an ein Fahrrad gebunden durch den Raum.

Besonders einflussreich war auch Fritz Lang, der Genrespezialist. Neben der Fantasy («Die Nibelungen») und dem Abenteuerfilm («Die Spinnen») prägte Lang die Science-Fiction und den Krimi. «Metropolis» (1927) war sein politischstes Werk. In einer Stadt der Zukunft leben die Reichen an der Oberfläche, während die Armen unter der dunklen Erde schuften – bis es zu einem Aufstand kommt. Die grandiose Architektur mit ihrem imposanten Turm zu Babel und der Robotermensch Maria beflügelten unzählige futuristische Nachfolger wie «Blade Runner» oder «The Fifth Element». Dem Krimi drückte Lang mit den Mabuse-Filmen sowie seinem ersten Tonfilm «M – Eine Stadt sucht einen Mörder» (1931) den Stempel auf. Er nahm den Film noir vorweg, indem er eine Welt der verschwommenen Moral zwischen Polizei und Unterwelt zeigte.

Als Reaktion auf die Extravaganzen des expressionistischen Films entstand Ende der 20er-Jahre die Neue Sachlichkeit. Man wollte weg von den verzerrten Perspektiven und hin zur realistischen Darstellung. So entstand 1925 «Die freudlose Gasse», die das Elend der Unterschicht zeigt, aus dem sich für Frauen oft nur die Prostitution als Ausweg anbot. Einzig Grete (gespielt von der jungen Greta Garbo) wird von diesem Schicksal bewahrt. Mit etwas mehr Leichtigkeit erzählt «Menschen am Sonntag» (1929) vom Leben einer Gruppe junger Leute, die ihren freien Tag am See verbringen. Hier sammelte Billy Wilder Erfahrungen als Drehbuchautor.

Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, wurde das Weimarer Kino als entartete Kunst gebrandmarkt; viele der Filmemacher mussten emigrieren. Aber dem Einfluss dieser Künstler, ihrer Werke und ihrer Ästhetik konnten die Nazis nichts mehr anhaben. Der Weimarer Film hatte bereits die Welt erobert.

Affe braucht Liebe

Vor über achtzig Jahren kletterte King Kong erstmals auf einen Wolkenkratzer, jetzt kommt er im Film «Kong: Skull Island» einmal mehr in einer neuen Version auf die Leinwand. Über den berühmten Affen und seine Frauengeschichten.

Von Murièle Weber (Züritipp)

Zu Rockmusik der 60er-Jahre lassen US-Soldaten Bomben aus Helikoptern fallen, unter ihnen geht der Dschungel in Flammen auf. Für einen Moment wähnt man sich in «Apocalypse Now» (1979). Das auch später, als sich die Crew zu einer Reise in einem lottrigen Boot auf einem Fluss aufmacht. Aber nein, wir sind im neuesten King-Kong-Film. Der Riesenaffe ist ziemlich erbost, weil die Bomben die bösartigen Monstereidechsen aufgeweckt haben, die ihn immer angreifen. Deshalb holt er die Helikopter mit einem Faustschlag vom Himmel. Das wiederum kann Colonel Packard (Samuel L. Jackson) nicht auf sich sitzen lassen und zieht in die Schlacht gegen den Primaten.

Packard wurde von einem Wissenschaftler (John Goodman) gleich nach Ende des Vietnamkrieges 1973 zu dieser Erkundung aufgeboten. Und nachdem man den Colonel schon den Vietnamkrieg nicht gewinnen liess, will er zumindest den Affen besiegen. Der private Sicherheitsmann Conrad (Tom Hiddleston) und die Kriegsfotografin Weaver (Brie Larson) versuchen, Packard vom Affenmord abzuhalten, denn ohne Kong würden die Echsen die Erde übernehmen.

Die Geschichte um King Kong war schon immer beides: ein Monsterfilm und eine Liebesschnulze. 1933 beim ersten Kong-Film war das Publikum begeistert vom grossen Affen, der mit Dinosauriern rang, trotzdem ging vor allem der Schluss in die Populärkultur ein: Der Riesenaffe flüchtet aus der Gefangenschaft und hilft der in Bedrängnis geratenen blonden Ann (Fay Wray), indem er mit ihr auf das Empire State Building klettert, wo ihn eine Fliegerstaffel vom Hochhaus schiesst. Das führt zu einem der bekanntesten Filmzitate: «Die Schönheit tötete das Biest.»

Dieser Schluss rührte den kleinen Peter Jackson als Kind derart zu Tränen, dass es seine lebenslange Kong-Liebe begründete und ihn zu seinem «King Kong»-Remake von 2005 inspirierte. Dafür verwendete er auch Ideen von Kong-Erfinder Edgar Wallace, die 1933 unter den Tisch gefallen waren. Besonders aber betonte Jackson in faszinierenden Bildern die zärtlich-platonische Liebe zwischen der Frau (Naomi Watts) und dem Affen. Die-Schöne- und-das-Biest-Thematik wiederum griff das erste King-Kong-Remake von 1976 in plumper, übersexualisierter Weise auf, als der Affe Dawn (Jessica Lang) mit dem Fingernagel das Kleidchen vom Körper kratzen will.

Zur Darstellung des Riesenaffen gehört auch die jeweils aktuelle Filmtechnik. Der erste Kong wurde 1933 auf heute noch beeindruckende Art durch Stop-Motion zum Leben erweckt. 1976 setzten die Filmemacher zur allgemeinen Erheiterung auf einen Schauspieler im Gorillakostüm. Jackson setzte seine Erfahrungen mit dem Motion-Capture-Verfahren ein, die er bei der Arbeit an Gollum in «The Lord of the Rings» gewonnen hatte. Der neueste Riesenaffe schliesslich entstand vollständig am Computer.

In «Kong: Skull Island» bleiben die Menschen allesamt flache Abziehbildchen, abgesehen von John C. Reilly, der eine seiner gewohnten witzigen Figuren zum Bestem gibt. Nimmt man noch die überlangen Kampfszenen zwischen Affe und Eidechsen hinzu, denkt man bald sehnsüchtig an Jacksons Arbeit zurück. Wer trotzdem noch nicht genug hat: «Kong: Skull Island» ist nach «Godzilla» (2014) der zweite Teil der sogenannten Monsterverse-Reihe. 2019 wird sie mit «Godzilla: King of the Monsters» fortgesetzt, und 2020 folgt dann die finale Monsterprügelei in «Godzilla vs. Kong».

Krankes Kurhotel

Schweizer, die nur Hochdeutsch sprechen: Der neue Film von Gore Verbinski «A Cure for Wellness» nimmts nicht so genau und ist auch sonst eher ein Ärgernis.

Von Murièle Weber (Züritipp)

«Wir alle leiden an einer Krankheit, die wie Galle auf der Zunge brennt», liest der junge Manager Lockhart (Dana DeHaan) aus einem Brief seines Chefs vor. Dieser weilt seit Monaten in den Wellnessferien in den Schweizer Berger, wo er in den Genuss einer ominösen Kur kommt, und will nicht mehr heimkehren. Weil der Chef aber für eine anstehende Firmenfusion benötigt wird, soll der ehrgeizige Lockhart ihn zurückzuholen.

Am Kurort angekommen, wird Lockhart bewusst: Hier stimmt etwas nicht. Er darf den Chef nicht sehen, und um das sagenhafte Rezept der angepriesenen Kur wird ein grösseres Tamtam gemacht als um das von Ricola und Appenzeller Käse. Nach einem Unfall wacht Lockhart schliesslich im Kurhotel als Patient wieder auf und wird auf Anweisung von Dr. Volmer (Jason Isaacs) im Schloss festgehalten.

Würden sich die europäischen Nationen endlich zur einheitlichen EU zusammenraufen, müssten sich die Amerikaner nicht mehr so viele Länder merken. Das scheint für sie eine unüberwindbare Herausforderung zu sein. Nur so lässt sich erklären, weshalb das Pflegepersonal und die Dörfler der nahen Ortschaft nicht nur akzentfreies Hochdeutsch sprechen, sondern sich auch als sadistische Teutonen herausstellen, die Gegenstände aus dem deutschen Kaiserreich sammeln. Ansonsten erscheint Europa als maroder Inzesthaufen. Denn das Kurhotel war früher das Schloss eines Schweizer Barons, der seinen Familienzweig rein halten wollte und deshalb seine Schwester heiratete. Als diese den deformierten Fötus nicht austragen konnte, suchte er nach einer Kur. 200 Jahre später profitieren davon alte amerikanische Geldsäcke, die vor allem an ihrem Ehrgeiz und der Gier leiden.

Das hätte vielleicht ein guter Film werden können: wenn Drehbuchautor Justin Haythe einige hochpeinliche Stellen gestrichen hätte; wenn die Schweiz nicht in Deutschland liegen würde; wenn sich Regisseur Gore Verbinski («The Ring») hätte entscheiden können, ob das ein Horrorfilm, ein Krimi oder ein Thriller sein soll, und wenn er sich darauf festgelegt hätte, was er kritisieren will – den amerikanischen Kapitalismus oder das marode Europa.

Die Stadt der Träume

Ein Paar tanzt frisch verliebt durch Los Angeles im Musical «La La Land». Dafür gab es sieben Golden Globes, ein Rekord – und ein gutes Omen für die Oscars.

Von Murièle Weber (Züritipp)

Schon zweimal zuvor haben sich der Jazzpianist Sebastian (Ryan Gosling) und die aufstrebende Schauspielerin Mia (Emma Stone) zufällig getroffen. Und nun laufen sie nach einer Party gemeinsam zu ihren Autos, die parkiert sind auf einem Hügel über dem Lichtermeer von Los Angeles. Es herrscht jene magische Viertelstunde vor der Dunkelheit, wenn der Himmel aussieht, als wäre er mit farbigem Zucker übergossen. Und was machen zwei Menschen, deren Leben sich in einem Musical abspielt, in einem romantischen Augenblick wie diesem? Genau, sie singen und steppen.

Aber ganz so harmonisch ist es dann doch nicht. Während Sebastian sich von der Szenerie einnehmen lässt, stellt Mia gleich klar, verlieben werden sie sich nicht. Stattdessen necken sich die beiden auf einer Parkbank, bevor sie beginnen «A Lovely Night» zu singen – eine Hommage von unzähligen an das klassische Hollywood und Musicals insbesondere. Fred Astaire und Ginger Rogers haben die Idee von «sie liebten und sie neckten sich» bereits in den Dreissigerjahren perfektioniert. In der Musiknummer «Isn’t This a Lovely Day» aus dem Film «Top Hat» (1935) flirten die beiden – Sie erraten es – auf einer Parkbank, bevor sie in einen Paarungstanz verfallen.

Später tanzen Sebastian und Mia, nun doch ein Paar, über ein Filmset auf dem Studiogelände, wo Mia als Kaffeeverkäuferin arbeitet. Das wiederum ist ein Verweis auf «Singin’ in the Rain» (1952) mit Gene Kelly und Debbie Reynolds – diesem grossartigsten aller Musicals, das sich selbstreflexiv mit der hollywoodschen Traumfabrik auseinandersetzte, indem es einen Blick hinter dessen Kulissen warf.

Auch Mia und Sebastian haben ihre Träume – sie will eine berühmte Schauspielerin werden, er hingegen einen eigenen Jazzclub eröffnen. In diesen Träumen bestärken sie sich gegenseitig. Aber kann man im Leben beides haben, Liebe und Karriere? Und was von beidem würde man eher opfern?

Neben den klassischen Vorbildern hat der französisch-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle («Whiplash») auch französischen Musicals ein Denkmal gesetzt – besonders der 60er-Jahre-Trilogie von Jacques Demy. Mit «Lola» (1961), «Les parapluies de Cherbourg» (1964) und «Les Demoiselles de Rochefort» (1967) hat Demy eine fantastische Welt geschaffen, in der Menschen zwar versuchen ihren Träumen und ihrer Liebe treu zu bleiben, aber allzu oft daran scheitern. Nicht nur die Thematik des Films fand hier ihre Inspiration, sondern vor allem auch die Musik. Chazells Jugendfreund Justin Hurwitz («Whiplash») hat Stücke komponiert, die stark an die französischen Jazzmusicals erinnern, insbesondere die Eröffnungstanznummer, die Kameramann Linus Sandgren eindrücklich in einer durchgehenden Aufnahme auf einem Highway gefilmt hat.

Der Film hat bereits sieben Golden Globes gewonnen – mehr als jemals ein Film zuvor – und wird dementsprechend für mehrere Oscars gehandelt. Es ist besonders der Schluss, der Filmkritiker ins Schwärmen bringt. Ohne zu viel zu verraten, sei hier noch eine letzte Hommage erwähnt, an «Casablanca» und Humphrey Bogarts Satz: «We’ll always have Paris.»