The Record Company: Give It Back to You. Concord Music.
Von Murièle Weber (NZZ am Sonntag)
Bereits nach dem ersten Song hat man ein Bild vor Augen: Eine Gruppe bärtiger Männer, die in Holzfällerhemden mit einem Bier in der Hand um einen rauchenden Grill stehen. Nicht nur sieht die Band so aus, der Legende nach verlief so auch ihre Entstehungsgeschichte: drei Männer, viel Bier, brutzelndes Fleisch über dem Feuer und alte Bluesmusik. Bis einer von ihnen auf die Idee kam, die Musik könnte man auch selber machen. Der Sound von The Record Company erinnert ein wenig an das Rockabilly-Projekt Dick Brave and the Backbeats oder an die deutsche Band The BossHoss. Aber die Musik der Jungs aus Los Angeles klingt rauer, rauchiger und dreckiger. Sie ist weniger darum bemüht, dem Mainstream-Publikum zu gefallen. Ihre Wurzeln finden sich einerseits im Blues der Südstaaten, wie ihn John Lee Hooker spielte, und andererseits im Rock’n’Roll der sechziger Jahre wie jenem der Stooges. Mit ihren Songs um Einsamkeit, den harten Alltag und das Leben auf der Strasse hat es ihre Musik in die Bierwerbung geschafft, und The Record Company selber wurde zur Vorband von B. B. King. Vor allem aber findet sich hier die Sehnsucht des bärtigen Hipsters nach seinem Weib, zum Beispiel in «Don’t Let Me Get Lonely» oder «In the Mood for You». Wer auch 2016 noch Vollbart trägt, kann sich bei The Record Company den passenden Soundtrack für den nächsten Männerabend besorgen.