The Umbrella Academy

Kreiert von Jeremy Slater, mit Ellen Page, Tom Hopper, Mary J. Blige, Cameron Britton, Colm Feore, Dauer 10 folgen à 60 Minuten, Sender Netflix 

Von Murièle Weber (FRAME)

An einem Tag im Jahr 1989 werden innert Stunden 49 Kinder geboren, von Müttern, die bis kurz vor der Geburt keinerlei Anzeichen einer Schwangerschaft gezeigt hatten. Sieben dieser Kinder werden vom steinreichen Industriellen Sir Reginald Hargreeves (Colm Feore) adoptiert. Als sie in ihrer Kindheit aussergewöhnliche Fähigkeiten entwickeln, gründet Hargreeves die Umbrella Academy. Seine Kinder sollen dereinst die Welt retten.

Bereits als Teenager schickt ihr Adoptivvater sie in die Welt hinaus, damit sie sich bewähren und ihm Ruhm verschaffen. Weil der Grossindustrielle ignoriert, dass diese jungen Menschen auch emotionale Bedürfnisse haben, entwickeln sich die sieben zu Komplexhaufen mit zahllosen sozialen und emotionalen Problemen, und bald zerstreiten sie sich. Als sie Anfang 30 sind, stirbt ihr Adoptivvater, und sie kommen im alten Haus nochmals zusammen, um Abschied zu nehmen. Dort erfahren sie vom baldigen Ende der Welt, wogegen sie den Kampf aufnehmen. Cha Cha (Rapperin Mary J.Blige) und Hazel (Cameron Britton) sollen sie von diesem Vorhaben abbringen.

Die Serie basiert selbstverständlich, wie der Grossteil aller Superhelden-Geschichten, auf Comic-Büchern. Dieses Mal kreiert von Gerard Way, dem Sänger der Band My Chemical Romance, und dem Künstler Gabriel Bá. Ihre verkorksten Figuren sind die passenden Superhelden für unsere Zeit: Sie stammen aus verschiedenen Ländern, aber wachsen zusammen auf. Es sind junge Egoisten mit komplexen Problemen. Und während traditionelle Comics sich hauptsächlich um starke heterosexuelle Männer drehen, erblassen diese hier neben den komplexen Frauenfiguren, neben Klaus mit seiner queeren Identität und Nummer 5, der ein Bub geblieben ist. Dieses sind die Hauptfiguren und Sympathieträger. Verfilmt wurde die Serie in düsteren Farben und mit einem phänomenalen Popsoundtrack. «The Umbrella Academy» erinnert an die Exzentrik der Netflix-Serie «Maniac», verzichtet allerdings auf eine verworrene Erzählweise. Da dürfen gerne weitere Staffeln folgen. 

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