Good Omens

Kreiert von Neil Gaiman und Terry Pratchett, mit Michael Sheen, David Tennant, Jon Hamm, Frances McDormand, Dauer 6 Folgen à 60 Minuten, Sender BBC Two 

Von Murièle Weber (FRAME)

Armageddon steht vor der Türe. Wieder einmal. Und dieses Mal gilt es ernst. Denn die Menschheit hat sich geirrt. Die Erde ist nicht Milliarden von Jahren alt, sondern bloss etwas mehr als 6000. Die Saurierknochen waren als Witz aus Gottes Administration gedacht, aber wir fielen doch tatsächlich darauf herein. Und wer an die Evolution glaubt, der stellt sich natürlich auch nicht der Realität von Gut und Böse in ihrem endlosen Kampf um unsere Seelen. Jedenfalls ist der Antichrist bereits auf Erden, irgendwo in England, und sobald der 11-jährige Adam zu seinen Kräften gefunden hat, geht es hier richtig zur Sache.

In der Zwischenzeit bringen sich die beiden Seiten schon einmal in Stellung. Und werden dabei amüsant unterwandert vom Engel Aziraphale (Michael Sheen) und dem Dämonen Crowley (David Tennant). Den beiden gefällt es nämlich hier auf Erden bestens. Und so unternehmen sie alles, um die Pläne ihrer Chefs zu sabotieren. Die Serie verwendet viel mehr Zeit als der Roman darauf, die Beziehung der beiden Protagonisten aufzubauen und ihre konspirative Treffen über die Jahre – im Garten Eden, während der Französischen Revolution oder als Shakespeare die Aufführung von «Hamlet» plant – wiederzugeben. 

Dieser Umstand und die Tatsache, dass Sheen und Tennant eine grandiose Chemie teilen, fördern den Eindruck, dass die Erde für sie ihr persönlicher Garten Eden zwischen Himmel und Hölle ist und damit der einzige Ort, wo sie ihre aufkeimende Liebe zelebrieren können. Denn wie Crowley nicht müde wird, den etwas tollpatschigen Engel aus einer misslichen Lage nach der andern zu retten, geht ans Herz.Der Roman von 1990 hat eine grosse und äusserst treue Gefolgschaft, die mit der einen oder anderen Änderung wahrscheinlich nicht einverstanden sein wird. Für den Rest gilt: Wer den Humor der beiden Autoren teilt, wird nicht enttäuscht. Allerdings ist die Serie so dicht geschrieben, dass auch nur kurzes Abschweifen vom Geschehen auf dem Bildschirm sich sofort rächt, denn jede Sekunde enthält Witz und Informationen en masse. 

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